Das Projekt

Wortfindungsamt machte Station in Hildesheim

23. März bis 28. März 2015

Im Rahmen der Eröffnungswoche „Solange die Rose blüht“ sollen Hildesheimer*innen ihre persönlichen Gedanken in Form eines Wortes, einer Wortschöpfung zum Thema „Zerstörung und Aufbau Hoffnung und Aufbruch“ in das WORTFINDUNGSAMT abgeben und damit in einen künstlerischen Dialog treten.

Das Wortfindungsamt, residierte in einem pinkfarbenen Bauwagen, in der Nähe des Literaturhaus St. Jakobi, in der Fußgängerzone in Hildesheim.

Alle Bewohner*innen der Stadt und des Umlandes waren eingeladen, im Wortfindungsamt ihr Lieblingswort zu beantragen. Aus den beantragten Worten wurden Schilder hergestellt, die von den „Wortfinder*innen“ einen Tag später abgeholt werden sollten um sie an einem selbst gewählten Ort im Stadtgebiet zu platzieren – an Hauswänden, Garagentoren, Balkonen und anderen Orten.
Nach der Platzierung des Schildes sollte es von den Akteur*innen fotografiert und auf diese Website hochgeladen werden. Das Themenfeld umfasste „Zerstörung und Aufbau, Hoffnung und Aufbruch“. Dabei konnte es sich um ein Lieblingswort handeln, um ein Wort, das einer*m am Herzen liegt, in den eigenen Gedanken gefunden wurde oder auch um eigene Wortschöpfungen zu diesem Thema.

elternhaus

WORTFINDUNGSAMT

Das partizipatorische Kunstprojekt WORTFINDUNGSAMT von Sigrid Sandmann, ist ein Projekt, das in der Interaktion mit den Menschen im städtischen Raum auf die Vernetzung von Wohnumfeld, kulturelle und soziale Konstellationen eingeht.

Das WORTFINDUNGSAMT ist temporär im urbanen Raum angesiedelt und möchte die mitgestaltenden Akteure aber auch die flanierenden Menschen für eine neue Wahrnehmung ihrer Stadt anregen.
Der künstlerische Prozess dieses Projektes liegt in der Erforschung des Spannungsfeldes von Kommunikation im innerstädtischen Leben und deren öffentlicher Räume.

Durch die Einbindung der Menschen in das Projekt können sich die Akteure in eine sehr persönliche Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte begeben und gleichzeitig in die erinnerte und/oder fantasierte Geschichte ihrer Stadt eintauchen.

Das WORTFINDUNGSAMT ist temporär in einem pinkfarbenen Bauwagen, im städtischen Raum untergebracht. Festgelegte Öffnungszeiten unterstreichen den amtlichen Charakter. Das Amt arbeitet als Koordinationsstelle für die Menschen, die ein für sich selbst oder für ihr Umfeld bedeutsames Wort gefunden haben und dieses in den öffentlichen Stadtraum einbringen wollen. Im Rahmen des Projektes, was sich über einen Zeitraum von ein bis zwei Wochen erstreckt und jeden Tag zugänglich ist, sind alle Bewohner*innen der Stadt eingeladen ihr persönlich ausgewähltes Wort im Wortfindungsamt zu beantragen.
Aus den beantragten Wrtern werden Schilder hergestellt, die von den Wortfinder*innen einen Tag später abgeholt werden müssen um sie an einem selbst gewählten Ort im Stadtbereich zu platzieren.

Die Wortfindungsamts-Schilder regen die Betrachtenden an, nach weiteren ‚Zeichen‘ zu suchen, um intuitiv das Gewöhnliche im Ungewöhnlichen zu hinterfragen – auf die Suche zu gehen, um eventuell die Auflösung der Irritation zu finden und dabei anderes, vermeintlich ‚Neues‘ in ihrem Lebensraum zu entdecken.

Mit dem Kunstprojekt WORTFINDUNGSAMT möchte ich möglichst viele Menschen zum aktiven Handeln inspirieren, sich temporär im Stadtraum auszudrücken, sich und ihr Umfeld persönlich, aber auch im Kontext mit anderen in besonderer Weise wahrzunehmen.

Durch die Einbindung der Menschen wird die Aktion zu einer experimentellen Gedankenspiegelung. Persönliche, themenbezogene Worte werden im öffentlichen Raum platziert und somit sichtbar. Die Worte rufen Irritationen hervor, werden von vorbeigehenden Menschen aufgenommen und mit eigenen Vorstellungen, Werten, Fantasien und Imaginationen reflektiert. Ein Assoziationsraum mit ganz individuellen Erinnerungen und Geschichten kann entstehen. Die aus dem Gedankengang und Satzzusammenhang herausgelösten Wörter, die keinem Individuum mehr zugeordnet werden können, gewinnen durch ihre Verortung im Stadtzusammenhang eine über das gesprochene Wort hinausgehende Qualität: Sie eröffnen Gedankenspielräume.

Mit der Aufforderung die Wort-Orte zu fotografieren und auf die Website hochzuladen, wird die Partizipation auf die digitale Ebene erweitert. So gibt es ein Zusammenspiel auf mehreren Ebenen, die kleinteilige Veränderung des Stadtraums wird so zu einem öffentlichen Archiv der privaten, urbanen Wörter.

Stationen Wortfindungsamt 2010 bis 2015

Hildesheim
Hamburg-Bahrenfeld
Hamburg, Levantehaus
Hamburg-Mümmelmannsberg
Viersen
Hamburg-Iserbrook
Hamburg-Ottensen

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